{"id":919,"date":"2019-03-06T20:46:25","date_gmt":"2019-03-06T20:46:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.petfindu.com\/de\/blog\/?p=919"},"modified":"2020-09-06T20:48:42","modified_gmt":"2020-09-06T20:48:42","slug":"fruehlingszeit-ist-zeckenzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petfindu.com\/de\/blog\/fruehlingszeit-ist-zeckenzeit\/","title":{"rendered":"Fr\u00fchlingszeit ist Zeckenzeit"},"content":{"rendered":"\n<p>Zecken bei\u00dfen unsere Vierbeiner nur zu gerne. Jedoch sind Zecken nicht nur l\u00e4stig, sondern k\u00f6nnen auch ganz sch\u00f6n gef\u00e4hrlich sein. Zecken k\u00f6nnen Krankheiten wie Borreliose, Anaplasmose, Babesiose, Ehrlichiose oder FSME \u00fcbertragen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><br>Zecken geh\u00f6ren zu den Milben und ern\u00e4hren sich ausschlie\u00dflich vom Blut ihres Wirts. Durch ihren K\u00f6rperbau und ihr Verhalten sind Zecken gut an ihre Umgebung angepasst. Als Parasit ben\u00f6tigen sie das Blut anderer Lebewesen zum \u00dcberleben. Zecken saugen sich stark und lange fest. An ihrem Kopf befinden sich die Stech- und Saugorgane mit denen das Opfer gestochen wird und im schlimmsten Fall eine Krankheit \u00fcbertr\u00e4gt. Mit ihren kr\u00e4ftigen Klauen saugen sie sich bis zu 15 Tage an ihrem Wirt (Hund oder Mensch) fest. Sie bevorzugen Regionen am K\u00f6rper an denen sie lange unentdeckt bleiben.<br>W\u00e4hrend die Zecke sich vom Blut ern\u00e4hrt, vergr\u00f6\u00dfert sich ihr Gewicht und ihr Volumen um das 200-fache.<br>Zecken leben in dichten W\u00e4ldern oder Wiesen. Sie bewegen sich entweder aktiv auf den Wirt zu, wenn der an einer Stelle l\u00e4nger verweilt, oder warten bis der Hund oder der Mensch an ihnen vorbeistreift. Sie sind in der Lage sich blitzschnell am Wirt festzuhalten und auf ihn \u00fcberzuwechseln. Wenn die Zecke auf unserem oder dem K\u00f6rper unseres Hundes ist, wandert sie dort zun\u00e4chst eine Weile umher, bis eine geeignete Stichstelle gefunden ist.<br>Die am meisten verbreitete Zecke in Deutschland ist der Gemeine Holzbock. Er geh\u00f6rt zur Familie der Schildzecken. Er ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in zahlreichen anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern die\u00a0 am h\u00e4ufigsten vorkommende Zecke. Diese weite Verbreitung und die H\u00e4ufigkeit machen ihn so bedeutend \u2013 und vor allem die besondere F\u00e4higkeit, mit dem Stich verschiedene Krankheitserreger auf Mensch und Tier zu \u00fcbertragen.<br>Wir stellen euch die m\u00f6glichen Krankheitserreger, die von Zecken \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen, vor.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"http:\/\/www.petfindu.com\/de\/blog\/wp-content\/uploads\/Zecke-auf-Blatt.jpg\"><img src=\"http:\/\/www.petfindu.com\/de\/blog\/wp-content\/uploads\/Zecke-auf-Blatt.jpg\" alt=\"Zecke auf Blatt\" class=\"wp-image-2986\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<h2>1. Borreliose<\/h2>\n\n\n\n<p>Eine Infektion mit Borreliose erfolgt immer \u00fcber einen Zeckenbiss. Meistens bleibt die Erkrankung aus, jedoch besteht ein Risiko von 10-20%. Voraussetzung f\u00fcr eine Erkrankung ist, dass sich die Zecke mindestens 24 Stunden festgesaugt haben muss. Die Zecke gibt beim Saugen den Speichel in die Blutbahn des Wirts und somit auch die Bakterien. Je l\u00e4nger die Zecke sich festgesaugt hat, desto h\u00f6her ist das Risiko einer Erkrankung. Es gilt also den Hund nach jedem Spaziergang auf Zecken zu untersuchen und dann nat\u00fcrlich direkt zu entfernen.<br>Hunde infizieren sich h\u00e4ufiger als der Mensch mit Borreliose, aber erkranken eher selten. Hunde haben eine nat\u00fcrliche Resistenz gegen den Erreger. Es besteht die Annahme, dass 90% der Hunde, die regelm\u00e4\u00dfig von Zecken gestochen wurden bereits Antik\u00f6rper in sich tragen und deshalb nur ein geringer Prozentsatz erkrankt.<br><strong>Symptome<\/strong><br>Die Krankheit verl\u00e4uft zun\u00e4chst symptomfrei ab. Die Symptome treten meist erst nach Wochen auf. Es kann zu Hautr\u00f6tungen um die Bissstelle und Vergr\u00f6\u00dferungen der Bissstelle kommen. Eine Zeit sp\u00e4ter k\u00f6nnen Entz\u00fcndungsreaktion aufkommen mit Fieber sowie Gelenkschmerzen, Appetitlosigkeit und geschwollene Lymphknoten. Das Gelenk, das dem Zeckenbiss am n\u00e4chsten liegt, ist immer am st\u00e4rksten geschwollen und im schlimmsten Fall kann es zu einer L\u00e4hmung kommen. Problematisch ist es, dass diese Symptome nicht ausschlie\u00dflich charakteristisch f\u00fcr Borreliose sind, sondern diese Symptome auch durch andere Krankheiten hervorgerufen werden k\u00f6nnen. Somit gilt bei genannten Symptomen direkt einen Tierarzt aufzusuchen!<br><strong>Therapie<\/strong><br>Zur Behandlung sollte man auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen. Jedoch kann man durch Vorbeugung oftmals einen Zeckenstich durch den Holzbock vermeiden. Man sollte die Haut seines Vierbeiners regelm\u00e4\u00dfig pflegen und gegebenenfalls mit Spotons behandeln. Die Spotons haben eine absto\u00dfende Wirkung auf Zecken und der Hund wird nicht befallen. Diese ist jedoch zeitlich begrenzt und muss somit immer wieder aufgetragen werden. Spotons sind durch die enthaltene Chemie f\u00fcr unsere Vierbeiner nicht gesundheitsf\u00f6rderlich. Deshalb kann man auf das Haushaltsmittel Kokos\u00f6l zur\u00fcckgreifen. Der darin enthaltenen Laurins\u00e4ure werden gute abwehrende Wirkungen zugeschrieben. Der Hund sollte vor Spazierg\u00e4ngen damit eingerieben werden. Die Wirkung h\u00e4lt nur etwa 6 Stunden, ist daf\u00fcr aber chemiefrei und pflegt zus\u00e4tzlich das Fell.<\/p>\n\n\n\n<h2>2. Anaplasmose<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Erreger sind die so genannten Anaplasma Bakterien. Sie befallen bestimmte wei\u00dfe Blutk\u00f6rperchen, die Granulozyten. Diese geh\u00f6ren zum Immunsystem des Hundes und in ihnen vermehren sich Bakterien. Sie sind eng verwandt mit den bakteriellen Erregern der Ehrlichiose. Die Anaplasmose wird durch den Zeckenstich des Holzbocks \u00fcbertragen. Sch\u00e4tzungsweise tragen hierzulande zwischen 1 und 4 Prozent aller Holzb\u00f6cke Anaplasma-Bakterien in sich.<br><strong>Symptome<\/strong><br>Neben hohem Fieber (40-41,5\u00b0C) k\u00f6nnen Symptome wie Abgeschlagenheit, Fressunlust, Blutungsneigung, Erbrechen, angestrengte Atmung, Lahmheit, geschwollene Lyphknoten, neurologische Ausfallerscheinungen beim Vierbeiner vorkommen.<br><strong>Therapie<\/strong><br>Der Tierarzt muss aufgesucht werden. Dieser verordent f\u00fcr gew\u00f6hnlich eine mehrw\u00f6chige Antibiotikatherapie. Ein Impfschutz existiert derzeit nicht, weshalb stattdessen vorbeugende Ma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt werden m\u00fcssen, wie beispielsweise bereits erw\u00e4hnt, anhand von Kokos\u00f6l oder \u00e4hnlichem.<\/p>\n\n\n\n<h2>3. Babesiose<\/h2>\n\n\n\n<p>Babesiose wird durch eine bestimmte Zeckenart (Rhipicephalus und Dermacentor) \u00fcbertragen. Diese sind mittlerweile schon in gro\u00dfen Teilen Europas verbreitet.<br>Die Babesien, also die Erreger, sind Einzeller. Sie befallen die roten Blutk\u00f6rperchen und zerst\u00f6ren sie.<br><strong>Symptome<\/strong><br>Die Symptome sind je nach Krankheitsverlauf und -heftigkeit unterschiedlich und deshalb schwierig f\u00fcr den Tierarzt zu diagnostizieren. M\u00f6gliche Symptome sind: Stark beeintr\u00e4chtigtes Allgemeinempfinden, Apathie, Mattigkeit, Fieber, blasse Schleimh\u00e4ute, L\u00e4hmungen, Bewegungsst\u00f6rungen, Abmagerung, Milz und\/oder Leberwerte nicht im Normalbereich und manchmal auch Hautver\u00e4nderungen. Wenn dein Hund solche Auff\u00e4lligkeiten zeigt, bitte unbedingt auf Babesiose testen lassen. Babesiose kann n\u00e4mlich t\u00f6dlich enden.<br><strong>Therapie<\/strong><br>Zur Diagnose und Behandlung muss der Tierarzt aufgesucht werden. Erneut sollte gegen den Zeckenstich vorgebeugt werden mithilfe von Antiparasitenmitteln (z.B. Spotons oder Halsband) oder mithilfe von Kokos\u00f6l.<\/p>\n\n\n\n<h2>4. Ehrlichiose<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Ehrlichiose wird von derselben Zeckenart \u00fcbertragen wie die Babesiose. Ehrlichiose ist jedoch in fast ganz Europa verbreitet. Die Erreger, die Ehrlichien, befallen die wei\u00dfen Blutk\u00f6rperchen und sch\u00e4digen das Immunsystem.<br><strong>Symptome<\/strong><br>Die Ehrlichiose beginnt meist schleichend beim Hund und es kann Jahre dauern, bis die Krankheit ausbricht. Es werden zun\u00e4chst Mattigkeit, Leistungsschw\u00e4che und Futterverweigerung beobachtet. Im weiteren Verlauf kommt es zu Nasenbluten und punktf\u00f6rmigen Blutungen auf Schleimh\u00e4uten und Haut werden beobachtet. Blut im Kot oder Urin, Bluthusten und Bluterg\u00fcsse in den Gelenken k\u00f6nnen vorkommen, ebenso hohes Fieber und Lymphknotenschwellungen. F\u00fcr die Blutungsneigung ist das Absinken der Blutpl\u00e4ttchen, der Thrombozyten, verantwortlich.<br><strong>Therapie<\/strong><br>Wenn Ehrlichiose rechtzeitig erkannt wird, ist es durch eine mehrw\u00f6chige Antibiotikatherapie sehr gut heilbar. Daf\u00fcr muss der Tierarzt aufgesucht werden. Eine unbehandelte Ehrlichiose wird meist chronisch und kann infolge zunehmender, gegebenenfalls \u00fcber Jahre andauernder, schleichender Blutungsneigung zum Tod des Tieres f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h2>5. FSME<\/h2>\n\n\n\n<p>Das FSME-Virus, Ausl\u00f6ser der Fr\u00fchsmommer-Meningoenzephalitis, kommt nicht fl\u00e4chendeckend in Deutschland vor. Es ist vor allem in den s\u00fcdlichen Bundesl\u00e4ndern und in Mittel- und Osteuropa verbreitet. Nach bisherigem Kenntnisstand ist die FSME beim Hund eher selten. Passiert es aber doch, verl\u00e4uft die Krankheit schwer und endet h\u00e4ufig mit dem Tod des Tieres bzw. dessen Einschl\u00e4ferung.<br><strong>Symptome<\/strong><br>Bis zum Ausbruch der Krankheit vergeht in der Regel ungef\u00e4hr eine Woche, es kann aber auch l\u00e4nger dauern. FSME beginnt bei Hunden meist mit sehr hohem Fieber. Da R\u00fcckenmark, Hirnstamm und Gro\u00dfhirn von der Krankheit betroffen sind, kann es im Zusammenhang mit FSME bei Hunden zu Verhaltensauff\u00e4lligkeiten kommen. Dazu z\u00e4hlen zum Beispiel Agressivit\u00e4t und Teilnahmslosigkeit. Auch Krampfanf\u00e4lle werden im Zusammenhang mit FSME erw\u00e4hnt. Au\u00dferdem haben die Vierbeiner starke Schmerzen bei Ber\u00fchrungen im Kopf- und Nackenbereich.<br><strong>Therapie<\/strong><br>Ein Medikament gegen das Virus gibt es derzeit leider noch nicht, daher k\u00f6nnen lediglich die Symptome behandelt werden. Bei FSME werden, wie auch bei Borreliose oder Babesiose, Antibiotika eingesetzt. Somit muss selbstverst\u00e4ndlich der Tierarzt aufgesucht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zecken bei\u00dfen unsere Vierbeiner nur zu gerne. Jedoch sind Zecken nicht nur l\u00e4stig, sondern k\u00f6nnen auch ganz sch\u00f6n gef\u00e4hrlich sein. 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